Background
1. Was ist Maccabi?
Maccabi ist eine weltweite jüdische Jugendbewegung, die der Förderung des Amateursports sowie kulturellen oder sozialen Tätigkeiten und der Freizeitgestaltung gewidmet ist. Mit seinem Tätigkeitsprogramm strebt er danach, in der jüdischen Jugend beiderlei Geschlechts Verständnis für die geistigen Werte des jüdischen Glaubens und eine höhere Wertschätzung des jüdischen kulturellen und nationalen Erbes zu entwickeln.
In Anerkennung seines jahrzehntelangen Beitrages zur Förderung des Wettbewerbsports wurde der Maccabi Welt Verband (M.W.V.) - die Dachorganisation der Maccabi Vereine in der ganzen freien Welt - 1960 vom Internationalen Olympischen Komitee als eine "Internationale Sport-Vereinigung von Olympischem Rang" eingestuft. Die einzige andere Körperschaft, die solcher maßen geehrt wurde, ist die Internationale Studenten Sport Organisation.
Die Beliebtheit von Maccabi in den Reihen jüdischer Jugendlicher beruht sowohl auf dem unpolitischen und unparteilichen Charakter der Bewegung, als auch auf der Vielfalt der Betätigungsmöglichkeiten, die den Mitgliedern, die sich Maccabi anschließen, zur Verfügung stehen. Daher der wohlverdiente Ruf Maccabis als "Der Welt erste Jüdische Jugend Organisation". Er hat vielen jüdischen Generationen sein unauslöschliches Zeichen aufgeprägt und fährt fort, sich zu entwickeln und an Stärke zuzunehmen, trotz des schrecklichen Verlustes, den das Judentum infolge des Massenmords erlitten hat - des Blutbades unter den Gemeinden in allen von den Nazis besetzten Gebieten Europas.
2. Woher stammt der Name „Maccabi“?
Im Wahrzeichen der Bewegung in der Form eines "Magen Davids" (das Schild Davids) sind 4 hebräische Buchstaben eingeschlossen: Mem, Kaf, Beit und Yud, die (ohne Vokale) als MACCABI ausgesprochen und buchstabiert werden (oder Makkabi).
Es gibt verschiedene Versionen über die Herkunft dieses Namens, aber die allgemein Übliche wird von dem Namen einer Priesterfamilie abgeleitet, die 170 v.Ch. das Signal für den Aufstand gegen die Tyrannei des Königs Antiochus von Syrien gab. Die Armee des Syrerkönigs war in das Land Israel eingefallen, hatte den Heiligen Tempel entweiht, das jüdische Volk versklavt und verboten, die jüdische Religion und Tradition zu wahren. Der Vater jener Maccabi-Familie, der Priester Mattathias, hatte mehrere Söhne. Der Tapferste von ihnen hieß Yehuda, seither bekannt als "Yehuda Ha' Maccabi". Obwohl sie dem Heer der Eindringlinge zahlenmäßig weit unterlegen waren, zogen er und seine Brüder-Priester den Tod der Kapitulation vor und gaben so ein hervorragendes Beispiel. Die Geschichte ihres verzweifelten aber mutigen Kampfes für Gewissens- und Religionsfreiheit hat die Zeiten überdauert und ist in der zivilisierten Welt zur Legende geworden. Ihre Taten wurden eine Quelle der Begeisterung für viele Generationen von Juden in den folgenden Jahrhunderten.
3. Wie Maccabi entstand
Die unbarmherzige Verfolgung völlig hilfloser jüdischer Gemeinden (wie die Pogrome zu Beginn dieses Jahrhunderts) und die Diskriminierung aus religiösen oder rassischen Gründen in den späteren Jahren des 19. Jahrhunderts veranlasste Juden mit Gemeinschaftssinn, in Europa eine Bewegung zu gründen, deren Ziel es war, die Körpererziehung unserer Jugendlichen zu fördern. Sie sollten körperlich leistungsfähig werden, um sich im Notfall verteidigen zu können.
Daraufhin wurde ein Kultur- und Erziehungsprogramm eingeführt, das darauf hinzielte, in den Reihen unserer Jugend die Grundsätze des Bürgerschaftsbewusstseins und auch der Verbundenheit mit den jüdischen Brüdern zu fördern.
In den Kindertagen der Bewegung war sie hauptsächlich wegen ihrer Förderung der Körpererziehung bekannt, vor allem durch Gymnastik. Später fand allmählich eine Ausweitung in eine Vielfalt von Sportarten der Körperertüchtigung und des Wettbewerbes statt.
Vor 1917 waren Maccabi-Klubs in ganz Europa (einschließlich des zaristischen Russlands) zu finden, und in späteren Jahren gab es sie in jedem Kontinent der Welt, wo jüdische Gemeinden verhältnismäßig frei von Unterdrückung waren. Mit der Ausbreitung des Kommunismus wurden die Maccabi-Klubs aus allen Gebieten verbannt, die unter den Einfluss Sowjetrusslands gerieten. Von der Machtergreifung des Naziregimes in Deutschland 1933 an, wurden die Maccabi-Klubs allmählich geschlossen und viele Tausende ihrer Mitglieder verschwanden wahrend des Infernos. Wahrend des Zweiten Weltkriegs wurde eine große Anzahl von Maccabi-Klubs in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei mit all ihren Anlagen für Sport in der Halle und im Freien geschlossen und ihr Besitz beschlagnahmt. Klubs in Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Polen, Litauen, Lettland und Estland erlitten das gleiche Schicksal.
4. Wie Maccabi sich zu einer Weltbewegung entwickelte
Es dauerte bis 1921, ehe die jüdischen Sportgruppen und Vereine in den verschiedenen Teilen der Welt, insbesondere in Europa, die unter verschiedenen Namen bekannt waren, den Grundstein für eine Weltorganisation legten, die seither unter dem Namen ,,Maccabi Welt Verband" (M.W.V.) bzw. Maccabi World Union (MWU) - bekannt ist. Er ist die Dachorganisation aller örtlichen Maccabi-Vereinigungen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt in den meisten freien Ländern zu finden sind. Seit 1921 ist die Welt vielen Veränderungen unterworfen worden, die auch die Struktur der jüdischen Gemeinden beeinflusst haben. Dies veranlasste die Maccabi-Bewegung, ihr Tätigkeitsprogramm zu überdenken und von Zeit zu Zeit den lokalen Gegebenheiten anzupassen.
Die sportlichen Betätigungen hatten eine große Anzahl von Jugendlichen angezogen, die in den Schulen keine ausreichenden Trainingsmöglichkeiten hatten, vom Cheder gar nicht zu reden. Die Sehnsucht des jüdischen Volkes "nach Zion zurückzukehren", die schon 2000 Jahre andauerte und ihren Ausdruck in Gebeten und Träumen fand, hatte die zionistische Bewegung geschaffen. Ihre Botschaft hatte sich in den jüdischen Gemeinden der ganzen Welt verbreitet. Verständlicherweise entflammte sie auch die Phantasie unserer Jugendlichen. Den Mitgliedern der Maccabi-Klubs wurde Lernmaterial zur Verfügung gestellt - wie z. B. Bücher über die jüdische Geschichte -, und man ermutigte sie auch, Hebräisch zu lernen und zu sprechen. Im Lauf der Zeit entschlossen sich Tausende von ihnen nach Palästina auszuwandern und sich den Reihen der Chaluzim (Pioniere) anzuschließen. Wenn auch ihr Beitrag verhältnismassig klein war, so ist es auch ihrer Arbeit, ihren Mühen und Opfern zu verdanken, dass Palästina 1948 ein freier und unabhängiger jüdischer Staat werden konnte - der Staat Israel.
Maccabi ist eine unpolitische Bewegung. Zu keiner Zeit hat Maccabi sich eine politische Zionismus-Doktrin angeeignet oder sie verkündet. Die Bewegung und ihre zu Zehntausenden zählenden Mitglieder waren immer bestrebt, die Interessen des Staates Israel zu fördern und aktiv an jeder Anstrengung teilzunehmen, die auf die Entwicklung des Staates Israel, seines Wohlstandes und seiner friedlichen Existenz gerichtet ist.
Wir glauben, dass man Teenagern, die ja den Hauptteil der Bewegung darstellen, nicht in irgendwelche politischen Kontroversen verwickeln oder sie an ein Dogma binden sollte. Andererseits ist es unsere erklärte Pflicht, jeden unserer Jugendlichen mit der Geschichte der jüdischen Vergangenheit bekannt zu machen, mit den Leiden des jüdischen Volkes, seinem Kampf als Minorität in vielen Ländern, seinen Leistungen und Beitragen zur Zivilisation, zu Kunst und Wissenschaft, zur Industrie und auch mit der Rolle, die jüdische Persönlichkeiten in lokalen und nationalen Regierungen spielten.
Nur diejenigen, die ihre eigene Geschichte kennen, haben berechtigten Grund, stolz auf die Gemeinschaft zu sein, der sie angehören.
Maccabi legt also dem gesunden Staatsbürgerbewusstsein genauso viel Wichtigkeit bei, wie er darauf besteht, dass jeder einzelne unserer jüdischen Jugendlichen sich mit seinem jüdischen Erbe identifiziert.
Einige aktive Maccabi-Klubs existierten auch in Nordafrika, d. h. in Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko usw. Sie alle wurden durch die von Moslems regierten Länder geschlossen, nachdem ein jüdischer Staat in Israel entstanden war.
5. Wie der Maccabi Welt Verband funktioniert
Von 1921 bis 1935 hatte das Hauptquartier des Maccabi Welt Verbandes seinen Sitz in Berlin. Wegen der Unterdrückungsmaßnahmen des Naziregimes musste das Hauptquartier nach London verlegt werden, wo es bis 1946 blieb. Dann wurde es nach Palästina übersiedelt, das zu jener Zeit unter britischem Mandat war. Heute hat das Hauptquartier seinen Sitz in Ramat Gan, Israel, auf dem Gelände des Maccabi Dorfes.
Die Welt-Organisation besteht aus kontinentalen Vereinigungen, denen Länderorganisationen beigeordnet sind. Jede Länderorganisation hat eine Verfassung, die den örtlichen Gegebenheiten angepasst ist, jedoch vollständig mit den Zielen des Maccabi Welt Verbandes zu vereinbaren ist. Jede Länderorganisation genießt völlige Selbständigkeit, vorausgesetzt, dass ihre Tätigkeiten mit dem Programm übereinstimmen, das in der Maccabi Welt-Verfassung niedergelegt ist. Die derzeitige Mitgliederzahl der Maccabi Welt-Bewegung wird auf ca. 500.000 Mitglieder geschätzt.
Eine Länderorganisation wird von einer gewählten nationalen Delegiertenversammlung verwaltet. Diese ist normalerweise im Vorstand der Konföderation vertreten, zu der sie gehört. Jede Konföderation ist in der Welt-Exekutive mit einer solchen Zahl von Mitgliedern vertreten, wie es von der M.W.U.-Verfassung vorgesehen ist. Die Mitglieder der Welt Exekutiven werden einmal in 4 Jahren vom Maccabi Welt-Kongress gewählt.
6. Das Maccabi-Dorf
Das Maccabi-Dorf in Ramat Gan ist eine der größten Leistungen der Maccabi Welt Union und gleichzeitig ein wichtiger materieller Besitz. Es wurde 1953 gegründet und hat sich seither zu einem großen Komplex entwickelt. Er besteht aus Sporthallen, mehreren Schwimmbecken, Tennisanlagen, einem Basketballfeld, einem Klubhaus und auch aus einer Anzahl von Gebäuden zur Unterbringung von Jugendgruppen und Touristen. Das Maccabi-Dorf verdankt seine Erschaffung einer Idee, die durch die Notwendigkeit bedingt wurde, die Teilnehmer an der Maccabiade auf einem Gelände unterzubringen nach dem Vorbild der Olympischen Dörfer. Als die Wohnmöglichkeiten des Maccabi-Dorfes ursprünglich geplant wurden, rechnete niemand damit, dass die Zahl der ausländischen Teilnehmer an der Maccabiade mehr als 500 betragen würde. Da jedoch die Maccabiade fortgesetzt mehr als 1000 Wettkämpfer anlockt, mussten zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung geschaffen werden.
7. Was sind die Maccabiah-Spiele?
Im Lauf der Zeit hat die Einführung des Körpertrainings bei der jüdischen Jugend durch die Maccabi-Bewegung ein natürliches Verlangen nach sportlichen Wettbewerben ausgelöst. Die Maßstäbe, die in den vergangenen Jahren durch Nationale und Internationale Meisterschaften gesetzt worden waren, von den Olympischen Spielen gar nicht zu reden, waren zu hoch für unsere Amateursportler.
Frühe Gymnastikvorführungen, an denen Gruppen von Maccabi-Mitgliedern aus ganz Europa teilnahmen, gaben Anlass zu dem Gedanken, diese Wettbewerbe auf einer viel breiteren Grundlage durchzuführen. Zwischen den beiden Weltkriegen fanden mehrere Internationale Jüdische Sportfeste in europäischen Städten statt, so z. B. in Prag, Antwerpen usw. Sie waren in den frühen Tagen als "Maccabiaden" (wie Olympiaden) bekannt. Der hebräische Plural für die heutigen "Maccabiah-Spiele" ist ,,MACCABIOTH".
Die erste "Maccabiah" unter Teilnahme von 23 Ländern wurde 1932 in Tel-Aviv abgehalten. Die zweite, an der 27 Länder teilnahmen, fand 1935 in Tel-Aviv statt, zu einer Zeit als der verstorbene Lord Melchett Präsident der Bewegung war. Dies bahnte den Weg für spätere in Israel abzuhaltende Spiele. Die dritten Spiele sollten auch in Palästina im Jahre 1939 abgehalten werden, aber wegen des Zweiten Weltkrieges mussten sie unvermeidlicherweise bis 1950 verschoben werden. Es waren die ersten, die im Staat Israel stattfanden. 1953, drei Jahre später, wurde die vierte Maccabiah abgehalten. Seither werden die Maccabioth regelmäßig alle 4 Jahre veranstaltet und die Zahl der Wettkämpfer und der auf dem Programm stehenden Wettbewerbe wächst ständig. Die achtzehnte Maccabiah wird 2009 in Israel stattfinden.
Die dritte Maccabiah 1950 machte Geschichte, nicht nur weil sie zum Vorläufer der Spiele wurde, die seither in Israel abgehalten werden, sondern auch weil der Maccabi Welt Verband sich entschlossen hatte, die jüdischen Sportler aller Nationen zu dem Ersten "Welt-Festival des Jüdischen Sports", das auf dem Boden Israels abgehalten wurde, einzuladen, gleich ob sie Mitglieder von Maccabi-Klubs waren oder nicht. Diese Entscheidung wurde aufrecht erhalten und hat sich als außerordentlich nützlich erwiesen, indem dadurch eine ständig wachsende Zahl jüdischer Wettkämpfer aus aller Welt angezogen wurde, unter ihnen einige hervorragende Sportler und Sportlerinnen.
8. Teilnahme an den Maccabiah Spielen
Die Maccabiah-Spiele richten sich nach dem Vorbild der Olympiade, unterscheiden sich jedoch in vieler Hinsicht von ihr. Die Olympischen Spiele werden im Abstand von vier Jahren in verschiedenen Städten der Welt abgehalten, unter der Schirmherrschaft und größtenteils auch auf Kosten des Gastgeberlandes. Die Maccabiah-Spiele finden ausschließlich in Israel statt. Wahrend viele Nationalitäten in den Maccabiah-Spielen vertreten sind, können nur jüdische Sportler und Sportlerinnen dorthin entsandt werden.
Getreu den olympischen Idealen stehen die Maccabiah-Spiele nur Amateuren offen, deren wichtigstes Ziel es ist, daran teilzunehmen, und nicht, um Medaillen zu gewinnen. Unser Fanal ist und wird es immer bleiben: "In Einigkeit zur Ehre des Judentums und zum Ruhm des Sports."
Die Teilnahme an den Maccabiah-Spielen ist zum begehrten Ziel jedes jüdischen Sportlers und jeder Sportlerin geworden. Der Medaillengewinn ist zum Kennzeichen bemerkenswerter Leistung geworden.
9. Die Maccabiah treibt die Aliyah voran
Viele Teilnehmer an der Maccabiah wurden von ihrem Anfangserfolg so ermutigt, dass sie nach ihrer Rückkehr aus Israel ihr Training verstärkten und ein so hohes Leistungsniveau erreichten, dass sie ihre Länder in internationalen Wettbewerben vertreten konnten. So ist die Maccabiah fur viele junge Männer und Frauen ein Sprungbrett zu Welt- oder Olympiameisterschaften geworden.
Wahrend der Maccabiah ersteht ein Geist der Brüderlichkeit, sowohl auf dem Sportfeld als auch außerhalb davon. Die Anwesenheit von über 1000 jüdischen Sportlern in Israel und ihre Teilnahme an den Spielen fördern ein Gefühl der Einigkeit ohne Ansehen der Nationalität, Sprache oder Hautfarbe. Es steigert auch das Gefühl der Zugehörigkeit zum jüdischen Volk - einem Volk, das in dem Land seiner Vorfahren zusammentrifft. Die meisten Athleten lernen Israel zum ersten Mal kennen. Sie nehmen die Erinnerung an glückliche Tage mit sich, die sie zwischen ihren jüdischen Brüdern, jungen Israelis und guten Sportlern verbracht haben. Der Präsident des Maccabi Welt Verbandes, Pierre Gildesgame, hat einst den Satz geprägt: "Die Maccabiah ist der erste Schritt zur Aliyah." Tatsächlich haben sich manche früheren Teilnehmer an der Maccabiah in Israel verliebt und haben sich seit damals für die Dauer dort angesiedelt. Ein vormaliger Ehrenpräsident des Maccabi Welt Verbandes, der verstorbene Lord Nathan, fasste seine Eindrücke zusammen, nachdem er den Maccabiah Spielen 1953 beigewohnt hatte: "Ich bin niemals stolzer darauf gewesen, ein Brite oder ein Jude zu sein."
10. Was Sie über Zionismus wissen sollten
Das Wort "Zion" wird von dem Namen einer Festung unterhalb des Tempelberges hergeleitet, die von König David erobert und der Stadt Jerusalem einverleibt wurde. Dieser Ausdruck wurde allmählich als Synonym für Jerusalem benutzt und dann auf ganz Israel und sein Volk angewandt.
In der religiösen und weltlichen jüdischen Literatur wird häufig auf "Zion" Bezug genommen und schon von frühester Zeit an hat es das ursprüngliche jüdische Heimatland verkörpert, nach dem zurückzukehren sich unser in der Diaspora lebendes Volk sehnte.
Obwohl der Zionismus verschiedentlich als politisches oder ideologisches Ziel interpretiert wird, so wird er jetzt doch weithin als Bewegung begriffen, deren Hauptzweck es ist, jüdische Selbstachtung und Würde wiederherzustellen und als Aufruf, eine jüdische nationale Heimat wieder aufzubauen, in der Juden als freie Menschen auf ihrem eigenen Boden leben können. Kaum irgendein Jude wird die Notwendigkeit nicht begreifen können, eine Wiederbelebung in der Geschichte unseres Volkes herbeizuführen. Die religiöse Sehnsucht der Juden, nach Zion zurückzukehren, geht bis zu den Zeiten zurück, in denen sie aus ihrem Land vertrieben wurden. Sie haben als rassische und religiöse Minderheit in den verschiedenen Teilen der Welt gelebt. Manchmal wurden sie geduldet, aber meist wurden sie diskriminiert und viele tragische Jahre hindurch verfolgt, heimgesucht, vertrieben oder zum Sündenbock der Judenhasser gemacht.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Zionismus seine politische Form an, als ein Wiener Journalist, entsetzt über die Manifestationen eines heftigen Antisemitismus, die sich gegen gesetzestreue und friedliebende Mitjuden richteten, das erste Treffen gleichgesinnter jüdischer Führer 1897 in Basel (Schweiz) organisierte. Es war der Vorläufer von regelmäßigen Versammlungen, die seither als Zionistische Weltkongresse bekannt sind, die alle vier Jahre einberufen wurden (mit Ausnahme der Kriegsjahre). Der Name dieses Wiener Juden, des Gründers des modernen Zionismus, der sein ganzes Leben der Sache widmete, die er als für das Überleben der Juden notwendig erachtete, war Dr. THEODOR HERZL. Dieses Werk wurde zu seinen Lebzeiten und danach von einer Anzahl führender jüdischer Persönlichkeiten aus europäischen Ländern fortgesetzt, in denen größere Gemeinden lebten und in denen man den Drang nach Freiheit von Unterdrückung deutlich spürte. Eines dieser Länder war das zaristische Russland. Der bekannteste zionistische Führer, der schließlich 1948 der erste Präsident des Staates Israel werden sollte, war Professor CHAIM WEIZMANN. Er war aus Russland emigriert, hatte sich in Großbritannien niedergelassen und war Dozent an der Universität von Manchester geworden, der allgemein als ausgezeichneter Chemiker bekannt war. Die britische Regierung hatte während des ersten Weltkrieges großen Nutzen aus seinen Erfindungen gezogen.
Es war seine Einflusskraft und Beharrlichkeit, die die britische Regierung dazu brachten, 1917 die berühmte "Balfour Deklaration" zu erlassen.
Diese versprach die Schaffung einer "Nationalen Jüdischen Heimat" in Palästina. Balfour war damals britischer Außenminister. Dieses Ereignis war der Gipfelpunkt einer Zeitspanne positiver jüdischer Bestrebungen und Leistungen. Sie führte zu der Legung des rechtlichen Grundsteines für die Gründung des Staates Israel, der 1948 von seinem ersten Premierminister proklamiert wurde - DAVID BEN GURION.
So wurde die Rückkehr nach Zion, die 2000 Jahre der Gegenstand von leidenschaftlichen Gebeten und Hoffnung gewesen war, zur strahlenden Wirklichkeit. Der Staat Israel wurde von den meisten großen Nationen sofort anerkannt. Die Entstehung des jüdischen Staates schuf ein neues Bild des Juden in den Augen der Nichtjuden. Er war nicht länger ein "seltsamer Mensch, ein Kaufmann, ein Ladenbesitzer oder Wissenschaftler, sondern ein Mann, der fähig war eine Wüste in ein Land zu verwandeln, in dem "Milch und Honig floss", ein Mann, der Straßen bauen konnte, der Land bebaute und der aus dem Schmelztiegel verschiedener jüdischer Nationen eine integrierte Nation schuf.
Die Existenz Israels ist ein wesentlicher Faktor geworden, der sowohl eine Partnerschaft als auch eine dauerhafte Brücke zwischen Israel und dem Weltjudentum schafft.
11. Chanukah – Das Fest Maccabis
Das hebräische Wort ,,Chanukkah" bedeutet Weihe. In diesem Zusammenhang bezieht es sich auf die Weihe des Tempels, die seiner Entweihung folgte. Chanukkah erinnert an den wunderbaren Kampf der kriegerischen Maccabi-Priester und das Anzünden der Chanukka-Kerzen erinnert uns an die Legende von dem kleinen Kännchen gefüllt mit reinem Öl, das im Tempel gefunden wurde und nur für einen Tag ausreichte. Doch durch ein Wunder brannte die Menora 8 Tage lang. Seither wird Chanukka 8 Tage gefeiert. Die Legende vom Öllämpchen symbolisiert den unvergleichlichen Mut, die Ausdauer und das Heldentum einer Handvoll Verteidiger Jerusalems.
Daher wird Chanukka als jährliches Maccabi-Gedenkfest mit Paraden und unter großem Aufwand gefeiert, wo immer sich unsere Klubs befinden.
12. Modiin
Modiin - das Dorf, in dem die Maccabi-Priester lebten, kämpften und begraben wurden, ist zu einem Ziel für die Pilgerfahrten israelischer Maccabi-Jugendlicher geworden, ebenso wie für die Maccabi-Besucher aus dem Ausland.
Die von Läufern getragene Fackel, die die Eröffnungszeremonie der Maccabiah-Spiele anzeigt, und die auch bei dem jährlichen Chanukka-Staffellauf brennt, der in Israel ausgetragen wird, wird der Tradition folgend in Modiin entzündet, um uns an die heldenhaften Taten der alten Maccabäer zu erinnern.
