Europäische Maccabispiele 2003 in Antwerpen
"Be with us for a dream week!"
Unter diesem Motto standen die 10. Europäischen Maccabi-Meisterschaften, welche vom 4. bis 11. Juli 2003 in Antwerpen stattfanden. Aus Deutschland waren 117 Athleten angetreten, den Kampf um die Medaillen aufzunehmen und zugleich als Botschafter der jüdischen Diaspora in Deutschland zu wirken.
Bereits 1983 war Antwerpen Gastgeber der Europäischen Maccabi–Spiele. Damals wie heute bot der in dieser Stadt allgegenwärtige jüdische Spirit den Rahmen für eine ganz besondere Meisterschaft. Die riesige und wunderschöne Anlage von Maccabi Antwerpen trug ihren Teil zum einzigartigen Wir-Gefühl dieser Spiele bei, zumal beinahe alle Sportarten an einem Ort ausgetragen werden konnten – zur Freude aller Zuschauer und Athleten.
Jedoch stehen nicht nur die sportlichen Wettbewerbe im Mittelpunkt der Maccabi-Spiele. Es sind Veranstaltungen, Begegnungen und Emotionen auch außerhalb des Spielfeldes und der Sporthalle, die diese Spiele zu einem unvergesslichen Ereignis im Leben eines jüdischen Sportlers machen. So stellte sich bereits der erste Abend für uns als echtes Highlight dar. In den Räumlichkeiten von Maccabi Antwerpen fand ein Shabbat-Dinner für alle Teilnehmer statt. Die begeisternde Atmosphäre, eingestimmt und begleitet durch feurige musikalische Einlagen eines israelischen Gesang-Quartetts war geprägt durch das Wiedersehen alter und kennen lernen neuer Freunde aus ganz Europa und Israel. Der spielfreie Samstag wurde von vielen genutzt, um gemeinsam am Shabbat-Gottesdienst in der bekannten Synagoge teilzunehmen und die historische Altstadt von Antwerpen zu besichtigen.
Am Sonntagabend fand die offizielle Eröffnungsfeier im Stadion von Maccabi Antwerpen statt. Unter dem Beifall der 4.000 Zuschauer marschierten 1.250 Athleten aus 30 Nationen ins Stadion ein. Zum ersten Mal vertreten waren Sportler aus Moldawien und Rumänien. Somit waren die 10. Europäischen Maccabi Meisterschaften zugleich auch die teilnehmerstärksten. Ein Rekord, den wir uns auch für die kommende Maccabiah in Israel wünschen. Die 10. Europäischen Maccabi Spiele waren eröffnet!
Die deutsche Maccabi-Mannschaft sorgte bei diesen Spielen für viele höchst erfreuliche Überraschungen.
Die Medaillenjagd wurde eröffnet mit dem Gewinn der Bronzemedaille unserer Karatemannschaft. Nachdem bei den europäischen Makkabi-Spielen 1995 in Amsterdam und bei der Maccabiah 2001 in Israel, Salomon Abelski jeweils eine Bronze Medaille erringen konnte, schaffte es diesmal die gesamte Karate Mannschaft ebenfalls in die Medaillenränge zu kommen.
Die Herren-Basketballmannschaft rund um ihren Trainer Freddie Grilic konnte sensationell Silber gewinnen. In einem an Dramatik nicht zu überbietenden Spiel gegen die Türkei, gewann das Team durch einen Korb in buchstäblich letzter Sekunde die entscheidende Partie um den Einzug ins Finale.
Einen Platz auf dem Treppchen erspielten sich auch unsere Fußballer. Nachdem sie sich in einer hochkarätigen Gruppe den zweiten Platz erkämpfen konnten, wurde Belgien im Spiel um Bronze klar mit 4:0 bezwungen.
Unsere Fußball-Junioren haben trotz hervorragender Leistungen knapp eine Medaille verpasst.
Erfolgreich waren unsere Volleyballer, die bei der Siegerehrung mit Bronze geehrt wurden.
Dass die Athleten von Makkabi Deutschland auch mit dem kleinen Ball umgehen können, stellten unsere Tennis- und Tischtennisspieler eindrucksvoll unter Beweis. Im Tennis-Herreneinzel konnte sich Djerald Oganezov aus Wiesbaden in einem rein deutschen Finale mit 2:1 Sätzen gegen den Berliner Valerie Geisman durchsetzten. Die beiden Finalisten traten im Doppel gemeinsam an und wurden ihrer Favoritenrolle mit dem Gewinn der Goldmedaille gerecht. Gold ging ebenfalls an das deutsche Damendoppel Ewgenia Mazunina (Neuss) und Ilana Dupeyron (Stuttgart). Ewgenia hatte zuvor schon Bronze im Damen Einzel geholt. Ebenso Bronze ging an die Doppelkombination.
Sharon Fridman und Norina Elmaleh (beide Berlin). Bei den Juniorrinnen gewannen Chantal Kalisch (München) und Marlene Pomer (Heidelberg) die Bronzemedaille.
Einen wahren Medaillenregen gab es für unsere Tischtennisspieler: der erst 18-jährige Arie Wilder (Düsseldorf) konnte sowohl im Einzel als auch in der Mannschaft zusammen mit seinem Partner Alexander Shapiro (Dessau) die Silbermedaille erringen. Im Doppelwettbewerb konnten sich Wilder/Shapiro in einer rein deutschen Begegnung um Platz drei gegen Simon Bard und Raffael Johnen (beide Düsseldorf) durchsetzen.
Im Einzelwettbewerb der Damen erkämpfte sich die überragende Polina Goldenberg (Regensburg) sensationell die Goldmedaille. Im Doppel gewann Polina gemeinsam mit ihrer Partnerin Olga Katselnik (Freiburg) Silber und in der Mannschaft konnten die erfolgreiche Kombination Goldenberg/Katselnik sogar Gold gewinnen. Bronze ging an Inna Goldbereg (Hameln) und Marianne Lipovic (Stuttgart). Dass wir uns keine Sorgen um unseren Nachwuchs im Tischtennis machen brauchen, legt der erste Platz von Euguenij Milchin (Düsseldorf) eindrucksvoll unter Beweis. In einem rein deutschen Finale bezwang er Pavel Weinstein aus Düsseldorf, der als jüngster Teilnehmer der Makkabi-Spiele sensationell den Weg ins Finale geschafft hatte.
Im Doppelwettbewerb konnte Eugenie gemeinsam mit seinem Partner Mark Dizengof (Kaiserslautern) die Silber-Medaille erringen.
Mit diesen Ergebnissen stand die deutsche Mannschaft mit insgesamt 6 Gold-, 7 Silber- und 8 Bronzemedaillen am Ende auf Platz drei des Medaillenspiegels, hinter Frankreich und Rußland. Ein herausragender Erfolg, der nicht zuletzt auch auf die erfolgreiche Arbeit des gesamten Präsidiums von Makkabi Deutschland, zurückzuführen ist.
Im Schach traten unter Leitung des Obmanns Isaak Lat, die Spieler J. Blayvas, I. Fliter, G. Gorodetski, A. Litwak, A. Marduhajev und A. Zaika an. Leider reichte es diesmal nicht für eine Medaille.
Bei interessanten und spannenden Wettkämpfen erreichte Makkabi Deutschland im Medaillenspiegel den dritten Rang hinter Frankreich und Russland mit je 6 Gold, 7 Silber und 8 Bronzemedaillen.
Medaillienspiegel
Basketball: 1 Silbermedaille
Fußball Senioren: 1 Bronzemedaille
Volleyball: 1 Bronzemedaille
Karate: 1 Bronzemedaille
Tennis: 3 Goldmedaillen, 1 Silbermedaille , 3 Bronzemedaillen
Tischtennis: 3 Goldmedaillen, 5 Silbermedaillen, 2 Bronzemedaillen
